Hallo Leute!
Ja, also es wird ja echt langsam mal Zeit, dass ich mich wieder mal melde. Leider darf ich gleich schon wieder mit einer negativen Nachricht anfangen: Ich habe nicht viel Zeit, dies zu schreiben.
Den letzten Eintrag habe ich noch geschrieben, da war ich noch in Deutschland und habe meines Erachtens die Wahl Obamas zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika erörtert (damals sogar noch dialektisch, also mit pro und contra).
In der Zwischenzeit ist natürlich klar geworden, was der nette Herr so alles nebenbei macht. So ist es um seine Gesundheit nicht besonders gut bestellt (»Barack Obama should drink less alcohol, and finally try to quit smoking the doctors say.« titelte eine britische Zeitung), was man aber noch tolerieren könnte, denn schließlich ist der Posten des Präsidenten der Vereinigten Staaten eine unzweifelhaft stressige Aufgabe. Wenn dazu allerdings neue Killermethoden kommen — der Spiegel berichtet online immer wieder über Erfolge von Drohnen, wenn auch eher unkritisch — darf man sich schon fragen, wie es um die Integrität dieser charismatischen Persönlichkeit steht. Schließlich hat auch eine Mitschülerin von mir ihre heile Welt aufgegeben und ist zu der Ansicht gekommen, dass Obamas Motivationen weniger positiv sind als es den Anschein hat.
So viel zur Außenpolitik.
Nun zu mir: Ich bin offensichtlich heil in Japan angekommen und nicht mit der Flugzeug abgestürzt — Terroristen schienen sich andere Maschinen ausgesucht zu haben. Vielleicht sind Terroristen aber auch ausgestorben oder haben einfach keine Chance mehr gegen all die harten Methoden, die an Flughäfen nun eingesetzt werden. Ich durfte sie live miterleben: In Shanghai — da waren wir drei Tage lang, Ihr kennt ja sicherlich den sprichwörtlichen japanischen Stil des Reisens, dem auch meine Mutter anhängt — haben sie mir unter anderem die Rasierer, die ich aus dem Hotel mitgenommen hatte, abgenommen. Auch Streichhölzer haben sie mir abgenommen — und zwar alle und nicht nur alle bis auf zwei Packungen, wie es damals nach dem USA PATRIOT Act der Fall war. Meine Schere (war noch aus DDR-Zeiten) landete damals gleich im Müll. Auf dem Hinweg hatte ich sie noch unter Auflagen mitnehmen dürfen, in Deutschland war sie gar nicht beanstandet worden.
Ist das Terrorbekämpfung? Also, ich nenne das Schikane, die man selbst als Terror bezeichnen sollte! (Und uns in Deutschland geht es noch gut!)
Aber nun wirklich zu Japan: Als ich am 27.07.2009 in Japan ankam, hatte meine Maschine Verspätung, worüber meine pünktliche Mutter zurecht ein wenig sauer war, weil sie wohl sehr früh aufgestanden war. Das Wetter war furchtbar. Mich störte weniger, dass es regnete, mehr die Hitze, die kaum auszuhalten war.
Im August waren wir eine Weile auf Hokkaidō (eine der vier Hauptinseln, die im Norden liegt und klimatisch sehr gut mit Deutschland vergleichbar ist). Leider verstand ich dort noch nichts von den Erläuterungen der Reisebegleiterin, was ich sehr schade fand. Andererseits war die Zeit ideal, weil wir damit wenigstens für ein paar Tage der schwülen Hitze Shikokus (kleinste Hauptinsel, die im Süden liegt; da wohne) entkommen konnten.
Im September war ich das erste Mal zum Unterricht in der Schule Fujii-Oberschule. Dazu werde ich bei Gelegenheit etwas schreiben. Darüber habe ich an Freunde ganz viele E-Mails geschrieben, die ich dann als Erinnerungsstütze verwenden werde.
So, heute ist der letzte Tag der zweiten Dekade des Monats Mai 2010. Damit habe ich noch etwas mehr als zwei Monate in Japan. So langsam habe ich mich an alles Mögliche gewöhnt. Sprechen kann ich langsam auch, mündliche Sprache kann ich auch schon einigermaßen verstehen. Das Schriftsystem (das japanische kann man wohl als das komplizierteste Schriftsystem der Welt bezeichnen) ist natürlich nicht einfach, aber es gibt neben Wörtern, die ich lesen aber nicht verstehen kann (das geht ja auch im Deutschen und Englischen) auch Wörter, die zwar verstehen aber nicht lesen kann.
Letzten Monat war mein Computer unbrauchbar geworden — er stürzte plötzlich ab und fuhr danach erst wieder hoch nachdem ich eine neue Festplatte eingebaut und ein Windows eingespielt hatte. Die Festplatte war schnell gekauft, auf das Windows musste ich hingegen länger warten, weil mir das mein Vater zukommen lassen musste, der das zwischendurch anscheinend vergessen hatte, naja… passiert.
Leider ist ein kleiner Teil meiner Daten dabei drauf gegangen. Dass der größte Teil anscheinend noch vorhanden ist, habe ich bereits herausfinden können, jedoch kann ich auf Vieles nicht mit den mir momentan gegebenen Mitteln zugreifen. Vollständig retten konnte ich Musik, Videos, Bilder. Das alles war aber auf einer separaten Partition gespeichert und es gab auch Backups, sodass ein Verlust kein großes Problem gewesen wäre.
Meine Hauptdaten jedoch waren/sind auf der Systempartition gespeichert, weil die Festplatte beim Kauf des Rechners gar nicht partitioniert war und ich die Systempartition nur auf 123GiB schrumpfen konnte. Deshalb habe ich dort auch meine privaten Daten gespeichert — ein folgenschwerer Fehler, der sich als fatal herausgestellt hat. Das Tollste: Es gab ein Backup auf einem USB-Stick, dass ich am Morgen jenes Tages gelöscht habe, um in der Schule ein Video aus dem Internet herunterzuladen. Das Backup würde ich problemlos wieder aufspielen können, so dachte ich. Nur leider wollte mein Computer mir das nicht mehr gestatten.
Lange Rede, kurzer Sinn: Macht regelmäßig Backups auf externen Medien, löscht nie Euer einziges Backup und speichert schon gar nicht Eure privaten Daten auf der Systempartition.
Ich habe keinen der drei Punkte berücksichtigt und darf jetzt dafür zahlen. Aber Euch muss das nicht auch noch passieren.
So, ich habe jetzt eine Stunde lang geschrieben. Ich schreibe zu Hause noch etwas und bring es dann wieder mit, um es hier zu posten.
Danke Euch fürs Lesen,
Toshiki.